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Ein Prosit, ein Prosit…

Das Oktoberfest in München ist vorbei und die ZiS hat ihre Zahlen für die vergangene Saison veröffentlicht. Mal wieder Zeit, Bilanz zu ziehen, schon seit der Saison 2007/08 sammle ich Zahlen dazu.

Während der gesamten letzten Saison sind in den Ligen 1 und 2 rund 18 Mio Zuschauer in den Stadien gewesen, von denen 698 verletzt wurden. In den paar Tagen Münchner Oktoberfest 2015 kamen 5,9 Mio. Zuschauer, von denen 3.312 verletzt wurden. Heißt: Die Verletztenrate liegt bei Fußballspielen bei 0,0038 % , auf dem Oktoberfest 0,0056 %, d.h. die Wahrscheinlichkeit, auf dem Oktoberfest verletzt zu werden, ist 47,36 % höher als in einem Fußballstadion oder auf dem Weg dorthin oder von dort weg.

Noch drastischer wird dieses Mißverhältnis, wenn man die Anzahl der Verletzten pro Veranstaltungstag relativiert. Pro Spieltag in den ersten beiden Bundesligen gibt es 20,53 Verletzte. An jedem der 15 Wies´n Tage gab es hingegen 220,8 Verletzte. Wir reden hier wohlgemerkt nur von der Münchner Wies´n! Elfmal mehr Verletzte als beim Fußball? Wo sind denn da die polizeilichen Anordnungen wie Glaskrugverbot oder die Anordnung, nur alkoholfreies oder -reduziertes Bier auszuschenken, Personalisierung von Tickets oder das Verbot von Stehen auf der Bank? Oder Beteiligung der Wirte an den Einsatzkosten der Polizei? Politisch nicht durchsetzbar?

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Und noch ein Wert fällt seit Jahren auf. Indexiert auf die Ausgangssaison 2007/08 steht die Zu- bzw. Abnahme von verletzten Personen in signifikantem Verhältnis zu der Zu- bzw. Abnahme der Einsatzstunden (siehe Grafik). Zufall?

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Dass nach der Kritik der letzten Jahre am veröffentlichten Zahlenmaterial auch die Verletzungsursachen erstmalig in Teilen aufgeschlüsselt sind, sollte eine Debatte lostreten: Es gibt mehr Verletzte durch Pfefferspray als durch Pyrotechnik – als hätte man es geahnt.

Es ist noch viel zu tun, aber es zeigt sich, dass die von den Fans z.B. über ProFans organisierte Lobbyarbeit Früchte trägt, die Arbeit der Behelmten transparenter zu machen. Auch die Berichterstattung ist nach meiner Wahrnehmung differenzierter geworden. Aber es ist kein Grund, sich darauf auszuruhen.

Unterstützt die Fanarbeit, unterstützt die Fanprojekte, kommt zum Fankongress. Lasst Euch nicht alles gefallen!

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