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Bericht von der 5. ultimativen Currywursttour am 26.4.2013

Bereits zum 5. mal trafen sich der Currypapst Opa I., einige seiner Kardinäle, Bischöfe, Pfarrer, Diakone und Meßdiener zur Currywursttour, auf der wir uns wieder mal auf die Suche nach Berlins bester Currywurst machten. Zur Vereinfachung haben wir im Vorfeld ein paar Details des Bewertungsschemas geändert. Schwerpunkt der Tour war diesmal “Ostberlin”. Vorab sei gesagt, dass die Apostrophstellung auffallend oft falsch war, zwecks korrekter Dokumentation hat Opa diese Augenvergewaltigung übernommen, es soll nur keiner denken, er hätte eine Rechtschreibschwäche ;)

Bude Nr. 1: Ziervogel´s Kultcurry, (U Senefelderplatz)
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Der Sohn von der legendären Frau Ziervogel von Konnopke serviert in einem Ladengeschäft eine mit 1,90 € ambitioniert bepreiste Currywurst. Sehr angenehm fiel auf, dass die Tester gebeten wurden, auf die Wurst zu warten, denn es war wenig los und wir bekamen keine “Restwürste”, sondern frisch zubereitete, handwerklich richtig gute Würste, die von einer sehr würzigen, geschmacklich gut abgestimmten und perfekt temperierten Sauce umschmeichelt wurden. Vor allem die Wurst ohne Darm war hervorragend ausgebacken und geschmacklich sehr gut, die Wurst mit Darm hatte angenehme Röstaromen entwickelt und überzeugte ebenfalls mit sehr gut abgestimmten Brät. Sehr angenehm war auch das Servieren auf einem Porzellanteller. Die “Bude” erhält eine uneingeschränkte Empfehlung!
Die Noten
Wurst mit: 7,67/10
Wurst ohne: 8,17/10
Sauce: 7,17/10
Gesamt: 7,67/10

Bude Nr. 2: Konnopke (U Eberswalder Straße)
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Das “Original” von Frau Ziervogel, seit zwei Jahren im renovierten Container unter der Hochbahn untergebracht, hat sich in den letzten Jahren immer wieder einer Verkostung entzogen. Diesmal, im dritten Anlauf, hat es endlich geklappt. Serviert wird mit viel Geschäftigkeit und Ost-Berliner-Charme jeweils eine erstaunlich große Wurst, die den Preis von 1,90 € durchaus allein der Größe wegen rechtfertigt, die jedoch die Tester nicht überzeugen konnte, zudem die Sauce deutlich zu kalt war. Das Brät labberig in Konsistenz und Geschmack, die Wurst ohne Darm offensichtlich bei zu niedriger Temperatur ausgebacken, die mit Darm hatte eine unangenehm dicke, fast gummiartige Pelle. Kein echter Reinfall, aber auch keine Empfehlung und wie Curry36 vollkommen überschätzte Touribude.
Wurst mit: 5,33/10
Wurst ohne: 4,33/10
Sauce: 6,33/10
Gesamt: 5,33/10

Außer Konkurrenz testeten wir in der Schönhauser Allee noch einen Fleischerimbiss, der an einem Fähnchen draußen eine RIESEN Berliner Currywurst zu 1,70 € feilbot. Serviert wurde eine in der Mikrowelle erwärmte Wurst ohne Darm mit riesigem Durchmesser, die in einer Tunke aus kaltem, handelsüblichen Gewürzketchup ersäuft wurde. Wir beschlossen beim ersten Glas Linie keine Noten zu vergeben, empfehlen können wir das Fachgeschäft aber auch nicht.

Bude Nr. 3: Alain´s (S Schönhauser Allee)
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Die Bude hatte Opa vor ein paar Jahren mal entdeckt und schon damals verworfen. Da sie aber auf dem Weg lag und die Anzahl der in Ostberlin befindlichen Buden sehr überschaubar ist, steuerten wir sie dennoch an. Serviert wird ausschließlich eine Currywurst ohne Darm zu stolzen 1,80 €, ist jedoch kaum der Rede wert. Brät ohne Röstaromen und ziemlich geschmacksneutral, ganz mies wurde es bei der Sauce, die glatt durchfiel, war sie doch kalt und geschmacklich irgendwie an Industriefertigsaucen erinnernd, dazu leicht genervte Bedienung. Passt irgendwie alles authentisch zusammen, ist aber dennoch inakzeptabel. Die Noten:
Wurst ohne: 5,5/10
Sauce: 3,17/10
Gesamt: 4,33/10

Bude Nr. 4: Currypiraten (S Frankfurter Allee)
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Die Bude hatte ebenfalls Opa entdeckt und war bei der Vorabverkostung durchaus angetan. Leider bestätigte sich dieser positive Eindruck nicht. Dabei ist sowohl die Wurst ohne als auch mit Darm gut, toll gebraten, viele Röstaromen, Brät fein abgestimmt, auch die Sauce für sich genommen schmeichelt mit einer angenehmen Fruchtsäure, aber Würste und Sauce passen in Kombination nicht zusammen. Schade, hier wäre mit einer Rezeptänderung viel, viel mehr drin. Die Noten:
Wurst mit: 5,67/10
Wurst ohne: 4,5/10
Sauce: 5,83/10
Gesamt: 5,33/10

Bude Nr. 5: What a Wurst (Nähe S Warschauer Allee)
Bude fürs Friedrichshainer Nachtschwärmerpublikum, die noch nicht dem in der gegend weit verbreiteten Veganfaschistenhype erlegen sind. Eine Gruppe Jugendlicher pöbelte uns als Herthafaschisten an und nur das Tageslicht hat einige von uns daran gehindert, die Jungs die Treppen runterzuwerfen. Freches, zugekifftes und zugezogenes Scheißpack *motz* – Aber die Gäste bewerten wir ja nicht. Serviert wird auf Pappe eine ganz anständige Wurst mit Darm, welche wirklich knackig ist und ein toll abgestimmtes Brät mit einer angenehmen Rauchnote hat. Die Wurst ohne erinnerte an mit Öl vollgesaugten Bauschaum und fiel trotz durchaus vorhandener Röstaromen durch. Die Sauce war zu kalt und hatte eine unangenehm strenge Note von Gewürzketchup. Die Noten:
Wurst mit: 6,5/10
Wurst ohne: 4/10
Sauce: 4,67/10
Gesamt: 5,06/10

Madame Curry am S Köpenick haben wir spontan ausfallen lassen, u.a. auch, weil zum Zeitpunkt unserer Ankunft im Köpenicker Stehimbiss das Spiel beendet gewesen wäre und einige von uns deutlich als Herthaner erkennbar waren und wir schon mit den Assis in Friedrichshain genug Stress hatten. Daher entschlossen wir uns spontan zu einem Novum in der Geschichte der Tour: Wir machten tatsächlich einen Nachtest! Die Wahl fiel wegen der guten Erreichbarkeit auf

Bude Nr. 6: Bier´s Imbiss unter der S-Bahnbrücke am S Friedrichstraße, die bei der ersten Verkostung vor allem mit einer hervorragenden Wurst ohne Darm aufgefallen war und mit einer Gesamtnote von 5,9 abgeschnitten hat. Der Nachtest war auch deshalb ganz sinnvoll, weil einige der Tester die Bude noch nicht kannten. Wir wurden nicht enttäuscht. Die Wurst mit Darm war solider Durchschnitt, die Wurst ohne ist wirklich eine Reise wert, das Brät wird mit viel Geduld und bei perfekt abgestimmter Temperatur des Fetts zu einer echten Delikatesse und einem wahren Röstaromenmonster ausgebacken. Die Sauce war wie beim ersten mal eher solala und zieht erneut die Gesamtnote nach unten, die aber deutlich besser ausfiel als beim ersten mal, hier machte sich das Fehlen eines meist sehr polarisierend votierenden Kardinals deutlich bemerkbar. Die Noten:
Wurst mit: 6,83/10 (beim ersten Test 5,8)
Wurst ohne: 8,33/10 (beim ersten Test 8,2)
Sauce: 5,33/10 (beim ersten mal 3,7)
Gesamt: 6,83/10 (beim ersten mal 5,9)
Damit schafft es die Bude trotz der Detailschwächen einen Sprung in die Top 10.

Die nächste geplante Bude am U Britz Süd war leider grad geschlossen worden, also weiter zu
Bude Nr. 7: Imbiss Alt-Buckow (Eine X-Bus-Station vom U Johannisthaler Chaussee entfernt)
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Ein etwas in die Jahre gekommener, unscheinbarer Verkaufsanhänger auf einem Parkplatz und ein echter Geheimtip. Nicht nur, dass die Bedienung ausnehmend charmant war und trotz Stress mit dem Testteam herumflachste und flirtete, nein, was da auf den Teller kam, war wirklich, wirklich richtig gute Handwerkskunst. Gut gebratene Wurst mit Darm, passend gewürztes Brät, angenehm im Biss und gute Röstaromen, das gleiche kann man für die Wurst ohne sagen, die nur im direkten Vergleich zu der vorherigen und der ersten Bude abfällt. Auffallend solide leistung auch bei der Sauce, gut abgestimmt, angenehmes Spiel von Süße und Säure, perfekt temperiert und gute Konsistenz. Da alle drei Komponenten sowohl für sich als auch gemeinsam wirklich gut schmecken, schafft es diese Bude im ersten Anlauf in die Top 5. Die Jury gratuliert und vergibt als Noten:
Wurst mit: 7,5/10
Wurst ohne: 7,17/10
Sauce: 7,33/10
Gesamt 7,33/10

Bude Nr. 8: Curry Bergmannstraße (U Gneisenaustraße)
Mit viel Vorschusslorbeeren gestartet, von Opa mittlerweile 3 fach vorab getestet und jedesmal mit unterschiedlichem Ergebnis, war die Jury gespannt. Leider, leider wurden wir enttäuscht. Eine junge Dame stand etwas gelangweilt vor halbleeren Fettwannen, offensichtlich lief zum Zeitpunkt der Verkostung das Geschäft nicht ganz so gut. Sowohl die Wurst mit Darm als auch die ohne Darm waren “Restwürste”, hatten also ihren Zenit schon überschritten und bestätigten leider die seit der ersten Verkostung an Silvester abnehmende Qualität. Die Bude scheint nur dann gut, wenn der sympathische Chef selbst brutzelt und viel los ist, sobald eines der angestellten Mäuschen an der Fettwanne steht, passt irgendwas nicht. Die Würste waren zu lang und bei zu wenig Temperatur gebraten, Röstaromen waren kaum herauszuschmecken, das Brät schien auch die geschmacksnerven eher langweilen zu wollen. Die Sauce, die schon seit der ersten Verkostung für Verwirrungen sorgte, konnte die Jury ebenfalls nicht überzeugen, zumal die Temperatur zu kalt war, aber die Rezeptur, die mit vielen Aromen spielt, ist wohl für geübte Currywurstverkoster einfach zu gewöhnungsbedürftig. Schade, hat die Bude doch wirklich Ansprüche und das Potential, diesen gerecht zu werden. Leider nicht an dem Abend und leider auch nicht zum ersten mal. Positiv zu erwähnen ist, dass es mittlerweile wenigstens auch Berliner Bier aus einer kleinen Privatbrauerei gibt, hier hat der Chef auf des Papstes Kritik Anfang des Jahres reagiert, auch wenn es weiterhin Beck´s und Tannenzäpfle als “Hauptbiere” gibt. Die Noten:
Wurst mit: 4,17/10
Wurst ohne: 3,33/10
Sauce: 3,67/10
Gesamt 3,72/10

Der Papst bedankt sich bei den Teilnehmern, die alle von Anfang bis Ende dabei waren. Dazu konnten wir einen weiteren Tester in den Kardinalsrang erheben und das Konklave hatte im Vorfeld mehrheitlich entschieden, Sale diesen Titel zu verleihen. Wo wir grad bei den Rängen sind, die neue Top-Liste sieht nach der 5. Verkostungstour folgendermaßen aus:

TOP 10
Bratpfanne Schloßstraße (8,25/10)
Ziervogels Kultcurry (7,67/10)
Imbiss Alt Buckow (7,33/10)
Curry Eck Residenzstraße (7,00/10)
Bier´s am S Friedrichstraße (6,83/10)
Berlin & Friends Bundesallee (6,75/10)
Curry & Chili Osloer Straße / Prinzenallee (6,50/10)
Schmidt´s Imbiß am S Lichterfelde Ost (6,43/10)
Curry 122 am Rosenthaler Platz (5,75/10)
Wolfi´s Brutzelbude in Lankwitz (5,61/10)

Bevor nun alle wieder danach schreien, eine Best-of-Tour stünde an, wir haben auf unserer Liste noch mindestens 15 ungetestete Buden. Opa freut sich auf jeden Fall nicht nur, dass sowohl das Bewertungssystem ziemlich exakt ist, auch die organisatorischen Änderungen mit der zentralen Bezahlung hat sich bewährt. Und natürlich freut sich Opa auf die nächste Tour, die im Herbst stattfinden wird.

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