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elmundo

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BeitragVerfasst: 24.05.2009 21:36 
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Platz vier
Herthas Landung aus einem Traum

Hertha BSC fällt es schwer, Platz vier als Erfolg zu werten. Denn es wurde nicht nur eine Menge Geld verspielt, sondern auch viel Gefühl.


Von Michael Rosentritt

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Auf dem Boden der Tatsachen. In Karlsruhe versagt die Mannschaft um Marko Pantelic. Er wird Berlin verlassen. Foto: ddp

Es ist kurz vor neun, als Hertha am Abend in Tegel landet. Auf dem Terminal-Rundlauf des ansonsten menschenleeren Flughafens hat sich vor dem Ausgang 5 eine kleine Menschengruppe in Blau-Weiß lose aufgestellt. Sie will ihre Mannschaft aus Karlsruhe kommend in Empfang nehmen. Blumen haben sie keine dabei. Warum auch? Die Mannschaft hat ein 0:4 im Gepäck. Nun ist auch der letzte kleine Traum geplatzt.

Vierter ist Hertha geworden. Nur Vierter, wie die Gesichter der Wartenden sagen. Die Stimmung ist – so lala. Über ihren Köpfen flimmert auf dem Großbildschirm n-tv. Grün-Weiße Wolfsburger liegen sich in den Armen. Die Blau-Weißen schauen mit verheulten Augen hoch. „Man muss aufpassen, dass man nach diesem Spiel nicht die Freude über die Saison verliert“, sagt Werner Gegenbauer. Gegenbauer ist Herthas Präsident und als einer der ersten durch die Schiebetür gekommen. Dabei war noch fast alles drin gewesen für Hertha zum Saisonfinale beim Absteiger. Platz drei wäre leicht möglich gewesen und damit wäre die Chance da gewesen, sich für die Champions League zu qualifizieren. 20 Millionen Euro hätte das gebracht und damit die Träume gefüttert. Selbst im Fall einer Niederlage in den beiden Qualifikationsspielen hätte Hertha wenigstens die Gruppenphase der Europa League sicher gehabt und damit rund fünf Millionen Euro. Als Vierter aber muss Hertha nun erst in die Play-off-Spiele, um wenigstens die Gruppenphase der Europa League zu erreichen.

Hertha BSC hat viel verloren am letzten Saisonspieltag. Einiges an Reputation, viel Geld und noch mehr Gefühl. Natürlich ist ein vierter Platz ein guter Platz für den finanzschwachen Berliner Klub. Nur fühlt er sich an diesem Abend so nicht an. Am drittletzten Spieltag der Saison hatte Hertha mit einem Sieg in Köln die Uefa-Cup-Teilnahme sicher. Das offizielle Ziel von Management und Trainer war erreicht. Und so spielte die Mannschaft dann auch in den beiden noch anstehenden Spielen gegen Schalke (0:0) und beim KSC (0:4). Vielen wird es schwer fallen, den vierten Tabellenplatz als großen Erfolg anzunehmen.

Selbst jene, die an das Gate 5 gekommen sind, müssen sich wohl erst noch überlegen, wie sie mit dem Sommerfußball, den Hertha in Karlsruhe bot, umgehen sollen. Es war ein Debakel, das eine an sich schöne und erfolgreiche Saison fast in ihr Gegenteil zu drehen droht. Als die ersten Spieler auftauchen, bleiben sie stumm. Erst als Marko Pantelic zum Vorschein kommt, rühren sie ihre Hände zum Applaus. Ihr Applaus wird begleitet vom üblichen Singsang: „Marko Pantelic, oho!“. Dann kommen Cicero, Kaka und Steve von Bergen – alles bleibt still. Bei Kapitän Arne Friedrich, den Favre durch seine erneute Nichtberücksichtigung vor den Kopf gestoßen hat, wird es noch mal laut. Auch Josip Simunic bekommt einen kleinen, freundlichen Chor. Und ganz am Ende gilt der Gesang dem Trainer. Lucien Favre blinzelt in die Linsen der Fotohandys. Eine Dame mit Brille und Hertha-Dress möchte dem Schweizer am liebsten um den Hals fallen, hält sich dann aber doch zurück. „Danke für die geile Saison“, sagt sie dem Trainer ins Gesicht. Dann darf sich ihre Freundin neben Favre zum Foto stellen. Beide lächeln - die Frau wie ein Kind, Favre wie Favre.

Denjenigen, die Hertha im Herzen tragen, wird es am ehesten gelingen, diese Saison als das zu werten, was sie ist - ein Erfolg. Aber was ist mit jenen Menschen in Berlin, die sich nach den forschen Siegen des Frühjahrs über die Bayern, in Cottbus und Leverkusen dem Verein zuwandten und sich auf ins Stadion machten, sodass es gegen Dortmund, Bochum und Schalke voll wurde? Werden in ihnen die alten Zweifel gewinnen, Zweifel, die sich aus vielen Jahren verspielter oder verschenkter Möglichkeiten speisen? Wird sich ihr frisch gewecktes Interesse an Hertha über den Sommer verlieren?

„Die Mannschaft wird sich in der neuen Saison beweisen müssen“, sagt Gegenbauer. Das sagt sich so einfach. Es ist fraglich, ob der Mannschaft noch einmal ein solcher Entwicklungsschub gelingen kann wie in der abgelaufenen Spielzeit. Und: Werden Mannschaften wie Bremen, Leverkusen und Schalke ein weiteres Mal so schwächeln? Womöglich wird es nie wieder so günstig sein, die Champions League zu erreichen wie dieses Mal. Hertha hat die Gelegenheit fahrlässig vergeben. Nun muss der Verein mit den Folgen leben.

Zu den Folgen gehört, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen noch einmal schwieriger werden. Der leichtere Weg, sich in gehobener Gesellschaft der Liga zu etablieren, ist verspielt. Wieder einmal muss Hertha Umwege gehen. Der Personaletat für die kommende Spielzeit wird von 33,6 Millionen auf 28 Millionen sinken. Zudem muss der Klub einen Transferüberschuss von fünf Millionen Euro erzielen. Dieses Problem wäre Hertha als Tabellendritter auf einen Schlag los gewesen. Außerdem hätte Hertha auch die Kaufoption auf Cicero ziehen können. Nun aber wird man Spieler verkaufen müssen.

Josip Simunic kann den Verein für sieben Millionen Euro verlassen. Das besagt eine Ausstiegsklausel in seinem laufenden Vertrag. Auch Gojko Kacar würde Geld bringen. Nur kann Hertha auf beide nicht verzichten. Im Gegenteil, die Mannschaft braucht Verstärkungen in allen Mannschaftsteilen. Insbesondere im Sturm wird es ohne Woronin und Pantelic brenzlig. Amine Chermiti und Waleri Domowtschiski sind veranlagt, mehr aber noch nicht. Bliebe Raffael, Favres Königstransfer. Der Brasilianer ist ein guter Fußballer, keine Frage, aber seine Wirkung ist mittelmäßig. Sechs Treffer und fünf Torvorlagen sind für seine Position arg wenig und bringen ihn in der Scorer-Liste auf Rang 43. „Wir müssen mit dem auskommen, was zur Verfügung steht. Wir haben aber einen Trainer, der diese Situation akzeptiert“, sagt Gegenbauer. „Wir werden uns da durchkämpfen. Es geht eben nicht so schnell.“ Besonders optimistisch klingt er nicht.

Die wirtschaftlichen Zwängen für Hertha sind groß. So sind die Schulden des Berliner Bundesligisten trotz eines deutlichen Zuschauerzuwachses von 29 Millionen Euro (Stand: 30. Juni 2008) auf nun 33,5 Millionen Euro angewachsen. Herthas Bosse erklären dies gern als Folge der aktuellen, weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise. In Wirklichkeit resultieren 90 Prozent der Schulden Herthas aus Zeiten, als das Management das Geld mit beiden Händen aus dem Fenster geworfen hatte. Es war Geld, das Hertha noch nicht einmal eingenommen hatte.

In diese Verlegenheit wird Hertha nun nicht kommen. Vielleicht ist das ja auch eine gute Nachricht an einem Tag, an dem Hertha so viel verspielte.



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elmundo

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BeitragVerfasst: 24.05.2009 23:40 
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Hertha-Star
Pantelics Abschieds-Interview

Abschied eines Stars: Nach 4 Jahren, 114 Spielen und 45 Toren verlässt Marko Pantelic Berlin.


Carsten Priefer

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Marko Pantelic - der Torjäger feiert Abschied
von Hertha BSC - Foto: REUTERS


Der B.Z. gibt der serbische Torjäger ein großes Abschieds-Interview.

Wie tief sitzt der Frust nach dem 0:4-Debakel?

Pantelic: Wir sind alle enttäuscht, haben auf der ganzen Linie versagt. Aber die Saison war dennoch ein Erfolg.

Was bleibt in Ihrer Erinnerung?

Jeder Sieg vor ausverkauftem Haus war ein Riesen-Erlebnis. Aber Berlin bleibt nicht nur sportlich immer in meinem Herzen, auch privat. Hier wird mein zweites Kind in wenigen Tagen geboren, hier fühlen wir uns wie zu Hause.

Dennoch verlassen Sie Hertha. Warum?

Bei den Vertragsgesprächen lief jede Menge falsch. Ich habe dem Verein mehr gegeben, als er mir. Bei den Verhandlungen hat Manager Dieter Hoeneß einiges kaputt gemacht. Seitdem hat sich unser Verhältnis verändert.

Inwiefern?

Vertragsinhalte wurden publik gemacht und ich wurde als Diva bezeichnet – das geht gar nicht. Eine Diva läuft und kämpft nicht, sie lässt sich nur feiern. Ich habe in jedem Spiel für Hertha immer alles gegeben, geackert, gefightet, ich bin definitiv keine Diva. Ich kann jeden Tag in den Spiegel schauen, war zu jedem immer korrekt.

Auch zu Trainer Lucien Favre?

Klar, warum sollte ich bei ihm einen Unterschied machen? Ich bin keiner, der hinter dem Rücken etwas anderes erzählt. Ich sage immer meine Meinung. Ich bin auch keiner, der meckert, wenn er mal auf der Bank Platz nehmen muss. Ich akzeptiere die Trainer-Entscheidungen, warte auf meine Chance und schlage dann zu. Andere dagegen meckern, schießen gegen den Coach und sorgen für Zoff.

Was passierte beim legendären Kabinen-Zoff im Oktober 2008? Sie verpassten ein Training, wurden zur Rede gestellt, sollen Favre beschimpft haben und wurden anschließend suspendiert.

Ich bin ein korrekter Typ, der immer die Wahrheit sagt – auch wenn es dem Trainer nicht gefällt. Ich bin auch kein Bastard, der Trainern das Leben schwer macht. Wir hatten eine heftige Diskussion, jeder hat seine Meinung gesagt, damit war das Thema für mich erledigt.

Aber nicht für den Trainer.

Dafür kann ich nichts. Ich habe nichts gegen ihn. Ich bin auch schon vor Favre gelaufen und habe viele Tore erzielt. Er ist ein guter Trainer, aber ob er mich besser gemacht hat, weiß ich nicht.

Was bemängeln Sie an ihm?

Er darf den Charakter eines Spielers nicht ändern, muss die Stärken nutzen. Typen wie Voronin und ich sind selten, wir bringen jedes Team voran. Wir sind Team-Player.

Lucien Favre wird somit nie Ihr Freund werden.

Es gibt nur wenige, die ich als Freunde bezeichnen würde. Er ist es nicht. Vielleicht kommen wir besser klar, wenn ich weg bin.

Wechseln Sie auch wegen des Geldes?

Geld bedeutet mir nicht viel, ich brauche nicht viel zum Leben. Für mich ist Respekt das wichtigste.

Wohin wechseln Sie?

Ich weiß es wirklich noch nicht. Ich habe Anfragen aus allen Ländern, aber es ist noch nichts unterschrieben. Ich habe auch keinen Lieblingsklub. Ein guter Fußballer kommt überall klar. Und ich bin gut.

Sehen wir Sie je wieder in Berlin?

Auf jeden Fall. Ich werde meinem Kind irgendwann seine Geburtsstadt zeigen.


Zitat:

Gehen 5 Stars?
Hertha droht der Ausverkauf

Mitglieder-Versammlung: Voronin und Pantelic verabschiedet. Zukunft von Friedrich und Kacar offen.


Florian Witte

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Ab 10 Mio. Euro ist Kacar zu haben - Foto: City-Press GmbH

Stehende Ovationen gestern auf der Mitgliederversammlung für alle Herthaner! Einer wurde dabei von seinen Gefühlen übermannt: Joe Simunic (31). Der Kroate weinte hemmungslos, als ihn die 666 Fans minutenlang feierten. Nachdem er sich wieder gefasst hatte, versprach er: „Ihr seid unglaublich! Glaubt mir: Irgendwann werden wir Deutscher Meister!“

Bitter: Ob er dann jedoch noch bei Hertha ist, ist äußerst fraglich…

Denn trotz der besten Saison seit 10 Jahren droht dem Klub der Abgang von fünf Stars! Neben Marko Pantelic (30) und Andrey Voronin (29) – beide wurden gestern von Dieter Hoeneß mit einem Blumenstrauß verabschiedet – stehen auch Gojko Kacar (22), Kapitän Arne Friedrich (29) und Simunic vorm Absprung. Denn Hertha braucht jetzt Geld!

Ohne die 20 Mio. Euro aus der Königsklasse wird’s in der neuen Saison eng. Hoeneß bestätigt: „Wir müssen jetzt kleine Brötchen backen.“

Doch die Wahrheit ist noch viel heftiger. Hertha muss nicht nur sparen – sondern auch noch Geld einnehmen. Finanz-Boss Ingo Schiller (43): „Unser Personaletat soll von 33,6 auf 28 Millionen Euro gesenkt und ein Transferüberschuss von fünf Millionen Euro erzielt werden.“ Hertha in der Millionen-Falle – jetzt müssen Stars verkauft werden!

Pantelic und Voronin gehen ablösefrei, bringen dem Klub (30 Mio. Euro Schulden) keinen Cent. Die einzigen Spieler, mit denen Hertha Geld verdienen kann, sind Simunic, Kacar und Friedrich. Die wichtigsten Hertha-Stützen!

Simunic kann für eine festgeschriebene Ablöse (7 Mio. Euro) gehen. Der Kroate: „England ist mein Traum. Platz 4 und 5 bedeuten mir nichts. Ich will in die Champions League.“ Das kann er sich in Berlin aber abschminken. Für Kacar lehnte Hoeneß im Winter eine 6-Mio.-Offerte von Florenz ab. Damals träumte der Manager aber noch von den Millionen aus der Zaster-Liga. Jetzt hat sich das Blatt gewendet. B.Z. erfuhr: Kacar dürfte bei einem 10-Mio.-Euro-Angebot gehen. Und sogar Friedrich ist nicht mehr unantastbar! Der Kapitän liegt seit seiner Degradierung mit Favre im Clinch. Sollte Hoeneß nicht schlichten, könnte Friedrich (Vertrag bis 2012) seinen Verkauf fordern.

Hertha verliert im schlimmsten Fall seine fünf einzigen Stars. Favre müsste mit seiner Aufbauarbeit von vorne beginnen, auf Jahre droht Mittelmaß. Die Euphorie 2009 wäre nur noch eine schöne Erinnerung…

Heute treffen sich die Bosse. Sie kämpfen um Herthas Zukunft und um die Stars!

BZ



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elmundo

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BeitragVerfasst: 25.05.2009 00:54 
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Nach der Niederlage
„Wir haben mit Platz vier eine gute Saison gespielt"

Die Sterne schienen so nah. Nach der Niederlage gegen Karlsruhe waren bei Hertha alle traurig. War die Hoffnung auf den Meistertitel realistisch? Nein, meint Lucien Favre. Aber über einen vierten Platz nach einer guten Saison darf sich auch gefreut werden, schreibt der Hertha-Trainer exklusiv für Morgenpost Online.


Es ist schade. Die Fußball-Bundesliga war in dieser Saison so eng beisammen wie nie. Für Hertha BSC war alles möglich. Aber leider haben wir in den letzten beiden Spielen gegen Schalke und in Karlsruhe nicht das erreicht, was wir uns vorgenommen haben. Natürlich wollten wir diese Spiele gewinnen. Die Stimmung nach dem Abpfiff war gedrückt. Alle waren traurig.

Wir haben am Samstagabend in Berlin in der Puro Lounge bis weit nach Mitternacht mit der ganzen Mannschaft, den Trainern und den Offiziellen bei einem Glas Wein zusammen gesessen. Es wurde viel geredet. Nein, das war keine depressive Veranstaltung, es war ein sehr offener, sympathischer Abend.

Wir haben das Maximum verpasst. Doch wir sollten uns ehrlich fragen: Ist es für Hertha BSC realistisch gewesen, das Maximum zu erreichen? Meine Antwort: Nein. Jetzt wird viel diskutiert über die verpasste Meisterschaft und die verpasste Champions League. Auch ich bin enttäuscht.

Dennoch sollten wir schauen, wo wir herkommen: Wir hatten verglichen mit der Konkurrenz ein relativ kleines Budget für Spieler. Trotzdem hat die Liga Hertha BSC gefürchtet, weil wir so viele enge Spiele gewonnen haben. Das meint aber auch: Wir waren fast jedes Mal am Limit.

Ich finde, dass wir mit Platz vier eine gute Saison gespielt haben. Vor dem Start hatten uns manche als Abstiegskandidaten gesehen. Nach 34 Spieltagen hat Hertha BSC mit 63 Punkten das beste Resultat seit dem Wiederaufstieg 1997 erkämpft. Wir haben als Vierter unser Saisonziel erreicht und starten im kommenden Spieljahr in der Europa League. Ob der Hamburger SV, Borussia Dortmund, FC Schalke, Bayer Leverkusen oder Werder Bremen: Wir haben Konkurrenten hinter uns gelassen, die mit höheren Ambitionen und viel mehr Geld gestartet waren.

Die Fans und die Stadt Berlin haben gespürt, dass bei Hertha etwas entsteht. Wir hatten so viele Anhänger im Olympiastadion wie seit zehn Jahren nicht mehr. Die Fans haben uns sehr geholfen. Vielen Dank dafür, ohne diese Unterstützung wären wir nicht so weit gekommen.

Meine Gratulation geht an Kollege Felix Magath und seine Mannschaft. Der VfL Wolfsburg ist verdient Deutscher Meister geworden.

Wolfsburg ist mehr als Dzeko/Grafite

Sicher hat es geholfen, dass sie 60 Millionen Euro für die Mannschaft ausgeben konnte. Man muss anerkennen, dass der VfL sinnvoll investiert hat. Dzeko und Grafite sind für mich die Spieler dieser Saison. Sie haben Power, sind beidfüßig. Dieses Duo hat den Unterschied gemacht, sie waren noch mal besser als die ebenfalls starken Luca Toni/Miroslav Klose in München und Mario Gomez/Cacau in Stuttgart. Dass Grafite/Dzeko jetzt Angebote von internationalen Topklubs haben, ist nur konsequent.

Aber Wolfsburg hat mehr ausgemacht als der exzellente Sturm. Misimovic im Mittelfeld war wichtig, dazu Gentner und Schäfer. Im Tor hat Diego Benaglio eine gute Saison gespielt. Dazu hat der VfL mehrfach das geboten, was uns gefehlt hat: Diese spektakulären Siege, von denen auch eine Signalwirkung für die Konkurrenz ausgeht – 5:1 gegen den FC Bayern München, 5:0 bei Hannover 96, 5:1 gegen Werder Bremen.

Der FC Bayern hat sich in dieser Saison nie wirklich frei gespielt. Es war für Trainer Jürgen Klinsmann schwer. Er hat von Ottmar Hitzfeld eine Mannschaft übernommen, die das Double gewonnen hatte. Es gab kaum Veränderungen. Die Spieler waren vor allem auf die Champions League fokussiert. In der Bundesliga hat oft die Frische gefehlt. Ein Problem, das die Münchener durchgehend begleitet hat: 42 Gegentore sind einfach zu viel.

Das ist generell ein Problem der Bundesliga. Die ersten Drei in der Tabelle haben alle über 40 Gegentore kassiert. Der internationale Vergleich: Nach 37 Runden in England hat Manchester United 24 Gegentore, Liverpool 26, Chelsea 22. In Spanien sieht es so aus: FC Barcelona 34, Real Madrid 47, FC Sevilla 37. In Italien: Inter Mailand 27, AC Mailand 32, Juventus Turin 37.

Zu viele Gegentore

Um nicht falsch verstanden zu werden: Ich will niemanden kritisieren. Die Ausgeglichenheit in Deutschland macht den Reiz der Bundesliga aus. Deshalb kommen so viele Zuschauer in die Stadien. Aber die Gegentore sind ein Grund, warum seit Jahren in der Champions League keine deutsche Mannschaft im Halbfinale oder Endspiel dabei ist. Ich glaube, dass wir die Ausbildung von Verteidigern und der Defensive allgemein verbessern müssen.

LESEN SIE MORGEN IN TEIL ZWEI:

Die Wahrheit über Marko Pantelic und Andrey Voronin, die beiden Krisen in der Saison und warum Erfolg für Hertha BSC gar nicht so einfach zu verkraften ist.



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BeitragVerfasst: 25.05.2009 10:43 
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Friedrich: „Favre hat mich sehr enttäuscht"

Hertha-Kapitän Arne Friedrich (29) musste die letzten beiden Spiele gegen Schalke (0:0) und den KSC (0:4) auf der Bank hilflos ansehen wie erst Herthas Meister- und dann der Champions-League-Traum zerplatzte. Bisher hatte der wütende Nationalspieler auf Kommentare verzichtet. In BILD bricht er nun sein Schweigen!

BILD: Herr Friedrich, Trainer Lucien Favre hat Sie wieder nicht spielen lassen. Was sagen Sie dazu?

Friedrich: „Bisher habe ich geschwiegen, um den Erfolg nicht zu gefährden. Jetzt rede ich. Ich muss die Entscheidung des Trainers akzeptieren, bin aber persönlich sehr enttäuscht von ihm. Es war sehr hart für mich, nur auf der Bank zu sitzen. Ich war absolut fit und heiß und hätte dem Team helfen können. Das muss jetzt der Trainer verantworten.“

BILD: Haben Sie mit dem Trainer gesprochen?

Friedrich: „Ja! Der Trainer hat diese Saison im Grunde gute Arbeit geleistet. Was die letzten Spiele angeht, haben wir aber eine andere Auffassung. Das habe ich ihm auch mitgeteilt. Das ist nichts Persönliches – genauso wie er mich nicht aus persönlichen Gründen draußen gelassen hat. Aber für mich ist klar: Als Kapitän muss man in so einer wichtigen Phase spielen.“

BILD: Hätte Hertha mit Ihnen die Champions League erreicht?

Friedrich: „Das ist sehr spekulativ. Ich möchte nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen. Ich habe aber viel Erfahrung und eine gute Stellung im Team. Diese Entscheidung haben nicht alle verstanden.“

BILD: Favre hat Ihren Traum Champions League platzen lassen. Muss man sich sorgen, dass Sie gehen?

Friedrich: „Natürlich war das mein Traum, und es ist leider nicht rückgängig zu machen. Aber ich bin und bleibe vom Herzen Herthaner. Ich bleibe dem Verein treu.“

BILD: Bleibt da nächste Saison was zwischen Ihnen und dem Trainer hängen?

Friedrich: „Ich werde meine Pflichten als Kapitän hundertprozentig erfüllen. Ich bin Profi genug, er ist Profi genug. Aber hängen bleibt natürlich immer was...“



http://www.bild.de/BILD/sport/fussball/ ... uscht.html


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BeitragVerfasst: 25.05.2009 11:06 
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Mitgliederversammlung
Hertha - irgendwann Deutscher Meister

Manager Dieter Hoeneß freut sich jetzt doch über Platz vier - auf Herthas Mitgliederversammlung ist die Stimmung überraschend gut. Die Spieler und Trainer Lucien Favre werden gefeiert.


Von Sven Goldmann

Am späten Samstagabend, nach der Rückkehr aus Karlsruhe, da fiel dem Vorsitzenden der Geschäftsführung das Einschlafen doch sehr schwer. Also hat Dieter Hoeneß den Fernseher eingeschaltet und Fußball geguckt. Zu sehen waren: Herthas vier Gegentore beim Absteiger KSC, das Fest beim Meister Wolfsburg, aber auch den Jubel beim Hamburger SV. „Die haben sich gefreut, dass sie Fünfter geworden sind“, sagte Hoeneß, und in diesem Augenblick sei bei ihm der Groschen gefallen. Auf einmal fühlte sich Platz vier für Hertha BSC doch nicht so schlecht an wie noch ein paar Stunden zuvor nach der sportlichen Blamage imWildparkstadion.

Diese kleine Geschichte hat Hoeneß bei der Mitgliederversammlung des Berliner Fußball-Bundesligisten im ICC erzählt, und sie steht stellvertretend für die Stimmung, die bei Hertha am Tag danach herrschte. 708 Mitglieder feierten die Mannschaft und Trainer Lucien Favre, aller Ärger über den verpassten Einzug in die Champions League war vergessen. Dann hielt Favre eine kurze Rede. Der größte Beifall brandete auf, als Hoeneß eher beiläufig Josip Simunic erwähnte. Der Innenverteidiger musste darauf eine Rede improvisieren, wobei ihm ein folgenschwerer Satz herausrutschte: „Irgendwann, irgendwann werden wir Deutscher Meister.“

Das wird so einfach nicht werden in der nächsten Saison, in der Hertha den Etat reduzieren muss und die nun definitiv ohne Andrej Woronin und Marko Pantelic stattfinden wird. Der eine ist Hertha zu teuer, den anderen will Favre nicht mehr. Hoeneß sprach die offiziellen Abschiedsworte. Beide bedankten sich artig beim Berliner Publikum. Pantelic schien beim Stakkato des Beifalls mit den Tränen zu kämpfen, Woronin ließ das Publikum wissen, dass „Berlin schon ne geile Stadt ist“.

Ein anderer Profi wird wohl bleiben. In den kommenden Tagen wird Dieter Hoeneß ein Gespräch mit Pal Dardai führen, „und dann reden wir über einen neuen Einjahresvertrag“. Wieder reagierte der Saal mit Ovationen. Der Ungar Dardai spielt seit 1996 bei Hertha und wird in der kommenden Saison dienstältester Berliner Profi sein. Er löst Christian Fiedler ab, der künftig Herthas Torhüter trainieren wird.



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BeitragVerfasst: 25.05.2009 11:13 
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Emotional aufgewühlt

Hertha BSC hat die Bundesliga mit einem blamablen Spiel beendet. Dieses Finale macht einiges zunichte, was der Verein in der Saison erreicht hat - die Mitglieder sind aber doch stolz


Michael Jahn

Als die Fußballer von Hertha BSC am Sonntagnachmittag im Saal 1 des Internationalen Congress-Centrums (ICC) auf dem riesigen Podium Aufstellung nahmen - in weißen Hemden und Ausgehanzug - erhoben sich die 600 Menschen im Saal und klatschten lange Zeit Beifall. Das war nicht unbedingt zu erwarten gewesen. Das Team hatte knapp 24 Stunden zuvor die Champions League verspielt. Doch die Klatschenden im ICC waren Mitglieder des Hauptstadt-Klubs. Bei ihnen überwog der Stolz über eine erfolgreiche Saison, "die beste seit zehn Jahren", wie Manager Dieter Hoeneß befand.

Vor dem Mitgliedertreff war die Gefühlslage der Profis und der Offiziellen eine ganz andere. Als am Sonnabendabend eine Chartermaschine das Team von Karlsruhe nach Berlin-Tegel gebracht hatte, war es sehr still an Bord. Die Profis kauerten in den Sitzen. Die meisten versuchten zu schlafen, andere hatten sich Kopfhörer über die Ohren gestülpt und hörten Musik. Manager Hoeneß hockte in Reihe eins am Gang. Er war kreidebleich.

Hertha BSC hatte sich zuvor im letzten Bundesligaspiel dieser Saison beim Absteiger Karlsruher SC blamiert. Die Meisterschaft war schon verloren, aber mit ein wenig Glück wäre der zweite oder dritte Platz möglich gewesen. Doch Hertha hat 0:4 verloren, ist am Ende auf dem vierten Platz gelandet. Damit war die Teilnahme an der sportlich wie finanziell so lukrativen Champions League verspielt. Gut 15 bis 20 Millionen Euro, die in der europäischen Eliteliga mindestens zu verdienen sind, werden nicht in die Klubkasse fließen. Nicht der FC Barcelona oder Manchester United sind ab Herbst im Berliner Olympiastadion zu bewundern, sondern vielleicht Klubs aus Kasachstan, Moldawien oder Rumänien. Hertha nimmt nun an der sogenannten Europa League teil, ein Wettbewerb, der bislang als Uefa-Cup firmierte.

Verkehrte Stimmung

Der Mannschaft ist es tatsächlich am Ende einer bis dahin wunderbaren Saison gelungen, die bis dahin großartige Stimmung zu drücken. Platz vier, das hätte vor dieser Spielzeit zwar kaum ein Experte dem Team des Schweizer Trainers Lucien Favre zugetraut. Nun aber sagte Hoeneß: "Das ist eine bittere Enttäuschung. Wir haben uns an zwei Spieltagen um den Lohn der Arbeit gebracht."

Als sich die Mannschaft mit einem 0:0 gegen Schalke 04 vor einer Woche im ausverkauften Olympiastadion aller Chancen auf die erste Deutsche Meisterschaft seit 1931 beraubt hatte, beklagte Hoeneß intern die zu lasche Körpersprache, die fehlende Aggressivität seiner Profis. Der Manager fand aber eine Erklärung. "Noch nicht sehr viele der oft jungen Spieler standen in solchen Endspiel-Situationen," sagte er und gab sich Mühe, vor dem Finale in Karlsruhe noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren. Gebracht haben seine Appelle nichts. Auch Favre, dem oft so klugen Taktiker, gelingt es offensichtlich nicht, bei seinen Spielern den letzten Kampfgeist zu wecken. Von Leidenschaft war in Karlsruhe jedenfalls nichts zu spüren.

Hertha hat aber nicht nur ein wichtiges Spiel verloren, es verliert auch seine beiden erfolgreichsten Angreifer. Der langmähnige Serbe Marko Pantelic und auch der Ukrainer Andrej Woronin gaben ihren Abschied bekannt. "Ja, das war's. Ich muss Tschüss sagen", klagte Pantelic, der nun mit 45 Toren in 114 Bundesligaspielen in die Klubgeschichte eingehen wird. Woronin, im Februar und März der gefeierte Held des Aufschwungs, wünschte der Mannschaft "alles Gute für die Zukunft". Woronin, der gern mal mit Stiefeln aus Krokodilleder über den Kurfürstendamm marschierte, und Pantelic, der einen bulligen Geländewagen fährt - die beiden Exzentriker waren zu Identifikationsfiguren der Hertha geworden. Im ICC erhielten sie noch einmal riesigen Beifall.

Bei Hertha BSC müssen sie nun vor allem das Positive aus dieser Saison mit in die neue Spielzeit nehmen. Die Mannschaft hat viel erreicht. Sie konnte zahlreiche neue Anhänger gewinnen und löste eine in Berlin lange nicht erlebte Euphorie aus. Noch immer wird zwar mancherorts in der Stadt immer dann gejubelt, wenn Hertha ein Tor kassiert. Aber es wächst eine neue Fan-Generation heran.

17 100 Mitglieder zählt der Klub inzwischen, über 52 000 Zuschauer besuchten im Schnitt die Heimspiele. Das Team absolvierte die beste Hinrunde seit 1963 und schaffte es in der Rückrunde, dass zum ersten Mal seit 78 Jahren ernsthaft vom Titel geträumt werden konnte - immerhin bis zwei Spieltage vor Schluss. In der Rückrunde eroberte das Team fünf Mal die Tabellenspitze und lieferte "einige magische Momente ab", wie Hoeneß fand. Er dachte vor allem an den grandiosen Sieg gegen den FC Bayern oder den Erfolg bei Energie Cottbus, in dem Woronin drei Treffer gelangen. Häufig spielte die Mannschaft ansehnlichen Kombinationsfußball. Sie agierte diszipliniert, ruhig und gelassen. Und sie galt lange als Meister der Effizienz, weil sie ihre Torchancen konsequent nutzte. Diese Gabe ist dem Team aber ausgerechnet in der Endphase der Meisterschaft abhanden gekommen.

Analyse mit Abstand

Favre, der in der Liga inzwischen hoch angesehene Trainer, kann das Erreichte dennoch als großen Erfolg verbuchen. Auch Dieter Hoeneß hat nach einer Nacht des Nachdenkens erkannt, dass "wir unsere Enttäuschung ein bisschen herunterfahren müssen. Der vierte Platz ist schon exzellent."

Fest steht aber auch, dass ohne die Millionen aus der Champions League Herthas Spielraum auf dem Transfermarkt eingeschränkt sein wird. So ist es bei Hertha wie so oft - und das nach einer großen Saison.



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elmundo

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BeitragVerfasst: 25.05.2009 11:29 
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Hertha BSC: Verabschiedung von Voronin und Pantelic
Finales Fiasko: Kratzer für Favre

Ein letztes Mal mussten sich die Profis noch zusammenraufen, sie zeigten sich der Basis bei der Mitgliederversammlung im Internationalen Congress-Centrum (ICC), die am gestrigen Sonntag über die Bühne ging - und erhielten sehr viel Applaus. "Wir haben auf den ganz großen Wurf gehofft, ihn aber nicht geschafft", zog Kapitän Arne Friedrich ein ehrliches Resümee.


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Führungskräfte auf der Bank: Favre verzichtete zunächst auf Arne Friedrich und Andrey Voronin. - imago

Sein Blick richtete sich aber sogleich wieder nach vorne: "Ich wünsche mir, dass wir die zwischenzeitlich entstandene Euphorie in die neue Saison mitnehmen können."

Das Ende der gerade abgelaufenen Saison wird jedoch keiner so schnell aus dem Kopf bekommen - statt des erhofften Triumphzuges mit der Aussicht auf die Champions League gab es mit dem 0:4 beim Absteiger KSC ein kaum für möglich gehaltenes Debakel. "Für diese Leistung", sagt Pal Dardai fassungslos, "gibt es keine Ausrede." Das schonungslose Urteil des Ungarn: "Das war unsere schlechteste Saisonleistung. Man hat zu keiner Zeit gemerkt, dass es noch um so viel geht." Hertha habe "Sommerfußball gespielt", analysierte Andrey Voronin treffend. "Wir standen schlecht und haben Fehler gemacht, die wir in den letzten zwei, drei Monaten nicht gemacht haben." Das Fazit des von Liverpool ausgeliehenen Angreifers, der nach dem Abpfiff seinen Abschied verkündete und einen Tag später in der Mitgliederversammlung zusammen mit Marko Pantelic verabschiedet wurde: "Für eine Mannschaft, die vergangene Woche noch um den Titel spielte, muss mehr herauskommen."

Doch wie schon in der Vorwoche - beim phasenweise blutleeren 0:0 gegen Schalke - zeigte sich Hertha wie gelähmt. "Wir haben die ganze Saison am Limit gespielt", sagt Trainer Lucien Favre, "aber in Karlsruhe haben wir vergessen, zu kämpfen und zu verteidigen." Der Schweizer, dem ein erheblicher Anteil am sportlichen Aufschwung gebührt, trug in der Endphase der Saison mit seinen Personalentscheidungen dazu bei, dass die Stabilität schwand und Hertha ins Ziel taumelte. Mit Arne Friedrich ließ er den wiedergenesenen Kapitän in den beiden abschließenden Spielen draußen, Toptorjäger Andrey Voronin kam jeweils nur als Einwechsler zum Zug - beides Führungskräfte. Beim finalen Fiasko erlitt Favre einige Kratzer, auch wenn er sich wehrt: "Arne war siebeneinhalb Wochen verletzt, und die Abwehr hat in dieser Zeit sehr gut funktioniert. Ich kann meine Spieler nicht wechseln wie Kleenex, ich würde wieder so aufstellen."



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Bastabu82

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BeitragVerfasst: 25.05.2009 14:38 
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Bewegend: Abwehr-Riese Joe Simunic kamen im ICC die Tränen

Mitglieder-Versammlung
Sind das Simunic’ Abschieds-Tränen?

Traurige Momente gestern bei der Mitgliederversammlung im ICC! Erst wurden Marko Pantelic (30) und Andrey Voronin (29) offiziell verabschiedet.

Dann weinte Verteidiger Joe Simunic (31) auf der Bühne.

Beim Kroaten rollten die Tränen als er von den 666 Mitgliedern mit Standing Ovations gefeiert wurde. Joe: „Danke, ihr habt immer an uns geglaubt. Und irgendwann werden wir Deutscher Meister.“

Waren es Abschiedstränen? Simunic (Vertrag bis 2011) träumt ja von England, soll bei der Klubsuche inzwischen fündig geworden sein.

Dazu passt: Die Ablöse seiner Ausstiegsklausel (7 Mio Euro) kann Hertha gut gebrauchen. Der Verein will nächste Saison 5 Mio Transfer-Überschuss erwirtschaften.

Hoeneß: „Jetzt müssen wir kleinere Brötchen backen.“ Der Etat wird von 82,7 auf 75,6 Mio gesenkt, die Personalkosten werden von 33,6 auf 28 Mio reduziert.

Bild.de

Zitat:
Verzofft! Verarscht! Versagt!
Darum platzte Herthas Traum von der Champions League


Ausgerechnet beim Tabellenletzten Karlsruhe zerstörte sich Hertha mit einer blamablen 0:4-Klatsche selbst die Champions League! Statt sicheren 20 Mio Euro Einnahmen und einer goldenen Zukunft mit Duellen gegen Barcelona, ManU und Co. muss man nun als Tabellen-Vierter in der Europa League ran.

Verzofft, verarscht, versagt – darum platzte Herthas Traum von der Champions League!

• VERZOFFT:
Tagelang schwelte vor dem Millionen-Finale beim KSC der Zoff zwischen Trainer Lucien Favre und seinen Nobel-Reservisten Andrey Voronin/Arne Friedrich. Ihr Fehlen zerstörte die Hierarchie auf dem Platz.

Plötzlich gingen sich in Karlsruhe beim Stand von 0:1 Cicero und Marc Stein an die Wäsche. Stein zerrte den Brasilianer am Arm, der revanchierte sich mit einem Gesichtswischer. Trainer Favre nahm Cicero sofort runter. Team-Geist adé!

Dazu kommt ein Prämien-Zoff! BILD erfuhr: Manager Dieter Hoeneß und Kapitän Arne Friedrich sowie Joe Simunic erzielten bei den Prämien-Verhandlungen für die Champions League keine Einigung. Das Team forderte 3 Mio Prämien (verteilt auf alle) – Hoeneß bot 1 Mio, stockte dann auf 1,2 Mio auf. Das Team lehnte ab, die interne Stimmung war danach mies.

Der Grund für die schwache Vorstellung beim KSC?

Friedrich: „Schwachsinn! Das Finanzielle und Sportliche sind zwei Paar Schuhe. Alle waren motiviert, wollten in die Champions League.“ Aber mehr Kohle hätte vielleicht auch flottere Beine gemacht...

• VERARSCHT: Reservist Voronin versprühte schon bei der Stadionankunft Urlaubs-Stimmung. Erst blieb er noch 20 Minuten im Mannschaftsbus als sich alle anderen in der Kabine vorbereiteten. Dann nahm er entspannt auf der Bank Platz, machte das Victory-Zeichen: „Schöner Platz hier – leider im Schatten.“

Nach der bitteren Pleite setzte er sich im Kabinengang seine Sonnenbrille auf und erklärte: „Das war Sommerfußball. Für mich war es hier das letzte Spiel.“ Auch auf dem Heimflug flachste er als wäre Hertha Meister geworden...

• VERSAGT: Nach dem Rückstand gingen alle Feldspielern (BILD-Note 6) unter. Friedrich-Ersatz Steve von Bergen flatterte wie in schlechtesten Tagen, sogar Siegessäule Simunic patzte beim 0:2 gegen Franz in seiner Königsdisziplin – dem Luftkampf. Dardai: „Unser schlechtestes Saison-Spiel.“ Torwart Drobny (BILD-Note 3): „Ein Desaster!“

Schlusswort von Manager Hoeneß: „Schade, dass es so zu Ende geht...“ Wie wahr!

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Bastabu82

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BeitragVerfasst: 25.05.2009 14:43 
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Zitat:
Pantes bitterer Abschied
"Ich bin kein Bastard!"
Klare Worte Herthas Torjäger redet über sein Verhältnis zu Favre

Von Wolfgang Heise

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Abschied tut weh! Marko Pantelic muss sich seine Tränen vor den Fans wegdrücken.

Berlin - Die Ära Marko Pantelic (30) ist bei Hertha vorbei. Nach vier Jahren, 114 Bundesliga-Spielen und 45 Treffern gab’s in Karlsruhe den endgültige Abpfiff für den Torjäger. Die Fans feierten ihren Liebling in der Gästekurve. Er verdrückte dabei seine Tränen. Er wäre so gerne geblieben, aber Trainer Lucien Favre will ihn nicht mehr. Pantes bitterer Abschied.

Pantelic kann es irgendwie noch gar nicht fassen, dass jetzt alles vorbei ist. "Ich hatte so viel Spaß hier. Es war ein tolles Gefühl, Lieblingsspieler der Fans zu sein. Diese Unterstützung hat mir immer Extra-Kraft gegeben. Ich habe immer alles gegeben auf dem Platz, auch wenn es mal nicht mit Toren geklappt hat."

Das Brutale daran: Dieser Einsatz zählt für Favre nicht. Der Serbe passt für den Schweizer nicht in sein Fußballkonzept. Außerdem war der Trainer immer der Meinung, dass Pantelic ein Egoist sei. Und er hatte die große Befürchtung, dass Pante in seinem letzten halben Jahr für Unruhe sorgt.

Pante schaut zurück: "Ich habe in der Rückrunde zweieinhalb Monate nur auf der Bank gesessen, ich habe keinen Ärger gemacht. Ich bin nicht hinter Favres Rücken zum Manager gegangen und habe mich beschwert. Ich bin kein Bastard."

Favre hat das erkannt und anerkannt. Er stellte Pantelic in den letzten sieben Spielen wieder in die Startelf. Und trotzdem geht nichts mehr: Pante ist weg und sucht sich einen neuen Verein. "Ich habe viele Angebote aus Deutschland und dem Ausland. Vielleicht bleibe ich in der Bundesliga. Ich will mich aber erst Ende Juni entscheiden. Ich bin im besten Alter und will nochmal einen Vier-Jahres-Vertrag unterschreiben."

Bei den Gedanken an seine Zukunft ist er ganz Geschäftsmann. Beim Rückblick auf seine Zeit bei Hertha ist er froh und traurig zugleich: "Wir Spieler haben immer versucht, eine gute Atmosphäre im Team zu haben. In meinen vier Jahren sind so viele Spieler gegangen und gekommen. Das war nicht immer einfach. Vergangene Saison waren unsere Resultate nicht so gut, trotzdem haben wir als Team zusammengehalten. Ich bin stolz darauf, ein Teil dieser Hertha gewesen zu sein. Mein Herz bleibt immer in Berlin, Hertha, danke für die tolle Zeit."

Berliner Kurier, 25.05.2009

Berliner Kurier


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Tuco

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BeitragVerfasst: 25.05.2009 15:24 
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Berliner Morgenpost online / Quelle: http://www.morgenpost.de/sport/article1 ... Enden.html

Zitat:
Fussball-Bundesliga
Bei Hertha BSC kracht es an allen Ecken und Enden
Montag, 25. Mai 2009 12:49 - Von Uwe Bremer und Daniel Stolpe

Nach dem enttäuschenden Saisonende und der verspielten Champuions-League-Teilnahme brodelt es bei Hertha BSC: Es gibt Unstimmigkeiten in der Mannschaft und kein Geld für Transfer. Zwischen Trainer und Manager stimmt es nicht, und die Eiszeit in der Klubführung sorgt für Handlungsunfähigkeit.


Zu betrachten war die schöne heile Hertha-Welt. Der Saal 1 des ICC war festlich geschmückt. Wer zur Mitgliederversammlung des Berliner Bundesligisten gekommen war, spendete einer Mannschaft wohlwollenden Applaus, die die Saison auf Platz vier beendet hat und damit für die Europa League qualifiziert ist. Es waren die Stunden der warmen Worte. Manager Dieter Hoeneß dankte Christian Fiedler, der nach 19 Jahren im Hertha-Tor in den Trainerstab wechseln wird.


Erst recht emotional wurde es bei der Verabschiedung von Marko Pantelic. Der Torjäger und Publikumsliebling dankte nach vier Jahren „den Jungs dieser Mannschaft, dem Trainerstab und Hertha BSC“. Den Blick zurück tauschte Torwart Jaroslav Drobny mit dem Richtung Zukunft: „Ich möchte nur sagen: Nächste Saison müssen wir besser sein.“ Josip Simunic präzisierte dieses Versprechen nach enthusiastischem, minutenlangem Beifall: „Irgendwann wird Hertha BSC Deutscher Meister.“
So weit, so üblich verlief die Mitgliederversammlung unter dem Funkturm. Doch die Hochglanz-Oberfläche darf nicht täuschen. Darunter brodelt es. Das unbefriedigende Saisonende mit dem 0:0 gegen Schalke 04 und dem 0:4 am letzten Spieltag beim Karlsruher SC legt offen, wo es hakt. Die Kräfte, die da wirken, sind gewaltig. Es gibt Unstimmigkeiten in der Mannschaft. Zwischen Trainer und Manager stimmt es nicht, zwischen Manager und Präsidium stimmt es ebenso wenig. Um genauer zu sein: Hertha BSC steht vor einer Zerreißprobe.
Beispiele dafür gibt es genügend. Nicht immer sind sie so offensichtlich wie jener Brief, mit dem die Geschäftsstellen-Mitarbeiter im April das Präsidium scharf kritisiert hatten. Manchmal gewähren auch Kleinigkeiten Blicke auf die Klüfte, die sich zwischen den einzelnen Fraktionen aufgetan haben.

So soll es in der Halbzeitpause des KSC-Spiels einen Eklat um Cicero gegeben haben. Der Brasilianer beschwerte sich demnach heftig über einige Kollegen. Er schimpfte, er habe eine Gelbe Karte kassiert, weil ihn niemand unterstütze. Er ließ sich überhaupt nicht mehr beruhigen. Michael Preetz, Leiter der Lizenzspieler-Abteilung griff handfest ein und zog Cicero beiseite. Trainer Lucien Favre verfügte, Cicero werde ausgewechselt. Ein anderer Profi steuerte auf der Rückreise eine kaum glaubliche Aussage zum Schlüsselspiel in Karlsruhe bei: „Einige Spieler waren schon im Urlaub.“
Überhaupt lagen die Nerven nach dem Desaster blank. So erstaunte Vizepräsident Jörg Thomas dem Vernehmen nach beim Rückflug von Baden-Baden mit einer Attacke gegen Dieter Hoeneß. Der Anlass war auch hier vergleichsweise banal: Es ging um die Verteilung von Karten im Stadion. Doch so offene Kritik vor aller Augen und Ohren am Vorsitzenden der Geschäftsführung gab es bisher nicht.

Hoeneß will weitermachen
All das sind keine entscheidenden Sachverhalte, aber Indizien. Hinweise darauf, dass es ein erhebliches Potenzial für Unzufriedenheit gibt. Im Zentrum der Probleme steht Manager Dieter Hoeneß. Wer dachte oder hoffte, der 56-Jährige würde Herthas bestes Saisonergebnis seit dem Wiederaufstieg 1997 nutzen und auf dem Höhepunkt seines laut Vertrag im Juni 2010 endenden Wirkens vorzeitig von all seinen Ämtern und Aufgaben zurücktreten, der wurde enttäuscht.
Nach außen bemüht sich Hoeneß um die Zurschaustellung einer intakten Fassade seines Verhältnisses zum Trainer. So sagte er am Sonntag: „Dank an den Trainer. Er hat exzellent gearbeitet. Er hat die hohen Erwartungen nicht nur erfüllt. Er hat eine Mannschaft mit Charakter geformt. Wenn es bei jemandem stimmt, dass er Spieler jeden Tag besser macht, dann ist es bei Favre.“
Dahinter sieht es jedoch anders aus. Es gibt wenige Themen, bei denen Hoeneß und Favre auf einen Nenner kommen. So lobte der Manager vor den Mitgliedern: „Wir haben hervorragende Scouts.“ Der Trainer sieht das anders. Hoeneß verabschiedete Pantelic mit Worten, die sonst eher bei Vertragsverlängerungen benutzt werden. „Meine Position zu Marko ist bekannt. Er ist ein Junge, der mich sehr beschäftigt hat, in jeder Hinsicht. Er ist ein außergewöhnlicher, unberechenbarer Typ. Er fasziniert die Massen. Danke Marko.“ Favre hingegen ist überzeugt, dass die Mannschaft mit Pantelic nicht sinnvoll zu entwickeln ist.

Noch steht kein Transfer
Die nächste Aufgabe ist die Zusammenstellung des Kaders für die Spielzeit 2009/10. Seit seinem Amtsbeginn mahnt der Trainer an, rechtzeitig genügend Informationen über potenzielle Neue zu sammeln. Mittlerweile ist Ende Mai, bisher steht kein einziger Transfer. Dieter Hoeneß hingegen verweist darauf, dass seit Jahren die Wechsel immer später in der Transferperiode zustande kommen.
Andrey Voronin ist ein Beispiel dafür, dass so etwas gut ausgehen kann. Andre Lima, im Sommer 2007 für 3,5 Millionen Euro geholt, ist ein Beispiel, dass so etwas schlecht ausgehen kann. Lucien Favre findet, dass sich der Verein mit Blick auf seine knappe Kasse solche Fehlgriffe nicht leisten kann. Hoeneß wird es öffentlich nie einräumen, aber die Durchsetzungsfähigkeit des Trainers ist ihm unheimlich.
Favre hingegen fragt sich, wie Hertha weiter entwickelt werden kann: Der Personaletat wird von 33,6 auf 28 Millionen Euro sinken. Dazu muss ein Transferüberschuss von fünf Millionen Euro erzielt werden. Parallel rüstet die Konkurrenz fleißig auf.
Zerbrochene Männerfreundschaft
Zwischen Präsident Werner Gegenbauer und Hoeneß ist die Männerfreundschaft zerbrochen an der Frage: Wie sieht die angemessene Außendarstellung für Hertha BSC aus? Seither wird zwar miteinander geredet. Das Vertrauen allerdings ist dahin. Hoeneß kritisiert, wie der Präsident seine Nachfolge in der Geschäftsführung vorbereitet. Misstrauisch registriert Hoeneß, dass Gegenbauer, Preetz und Favre längst eine Allianz gebildet haben.

So ist es in vielen Punkten. In der Summe verdammt diese Situation Hertha zur Handlungsunfähigkeit. Ein Zustand, den sich der Verein in der Liga aber überhaupt nicht leisten kann.
Die Mitgliederversammlung war mit Spannung erwartet worden. Hertha BSC hat eine heile Welt vorgezeigt. Die wirklich kritischen Themen sind jedoch gar nicht diskutiert worden. Das hat für einen gemütlichen Nachmittag gesorgt – die Zukunft ist darüber vertagt worden.
Doch der Hauptstadt-Klub darf sich nicht täuschen. Viel Zeit bleibt nicht. Stillstand in der Bundesliga bedeutet Rückschritt. Das wäre eine fatale Entwicklung, gerade nach der Euphorie, die der Verein diese Saison in der Hauptstadt hat entfachen können. In dieser schwierigen Zeit steht Hertha vor schwierigen Entscheidungen – die wichtigste ist die nach der Besetzung der Geschäftsführung. Die Antwort darauf muss das Präsidium geben.


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BeitragVerfasst: 25.05.2009 16:11 
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Auch Raffael vor Abschied?
25. Mai 2009 13.49 Uhr, Carsten Priefer


Herthas Krisengipfel - er fand auf der Geschäftsstelle statt. Es ging um Neuverpflichtungen, Verkäufe und die komplette Saisonplanung.

"Wir müssen die neue Spielzeit planen, über alles reden. Wir wissen jetzt, woran wir sind. Der Traum von der Champions League ging leider nicht in Erfüllung, somit müssen wir kleinere Brötchen backen", sagte Manager Dieter Hoeneß.

Im Besprechungsraum der Geschäftsstelle diskutierten dann Coach Lucien Favre, Co-Trainer Harald Gämperle, die Scouts Rudi Wojtowicz und Sven Kretschmer, Sportdirektor Michael Preetz und Hoeneß die Situation. Rund 5 Millionen Euro müssen durch Transfererlöse erzielt werden - so die Vorgabe der Deutschen Fußball-Liga. Bedeutet: Ein Herthaner muss verkauft werden! Wer aber kommt dafür in Frage? Genau das war am Montag das heißeste Thema. Favre möchte keinen abgeben, sieht dadurch seinen Aufbau gefährdet. Nutzt aber alles nichts, Hertha benötigt Geld. Deshalb stehen Josip Simunic (er besitzt eine Ausstiegsklausel von 7 Mio. Euro), Mittelfeld-Kämpfer Gojko Kacar (bei 10 Mio. Euro wird Hertha schwach), Arne Friedrich (hat Stress mit Favre) und Raffael (8 Mio. Euro sind im Gespräch, Lissabon und Lyon haben Interesse) zur Diskussion. Einen dieser vier Herthaner wird es am Ende wohl treffen.

Noch aber - und das freut Favre - gibt es für keinen dieser Spieler eine konkrete Anfrage. Noch nicht…



BZ


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BeitragVerfasst: 26.05.2009 21:10 
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Millionen-Pleite zehrt an Herthas Substanz

Wegen der verpassten Champions-League-Chance muss Berlin noch einen Leistungsträger ziehen lassen. Es könnte sogar Friedrich sein.

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Arne Friedrich (l.) kam 2002 von Arminia Bielefeld zu Hertha BSC

München/Berlin - "Glaubt mir: Irgendwann werden wir Deutscher Meister!". Hertha-Verteidiger Josip Simunic war von seinen Gefühlen geleitet, als er diesen Satz am Sonntag sprach - zu Tränen gerührt vom Applaus der rund 700 Mitglieder auf der Berliner Jahreshauptversammlung. Sein Trainer Lucien Favre - nicht direkt als Gefühlsmensch bekannt - machte am selben Tag eine Ansage, die genau in die gegenteilige Richtung ging. Er widerrief im Gespräch mit einem Fernsehsender die zu seinem Amtsantritt ausgerufene Zielsetzung, aus der Hertha einen Titelanwärter zu formen.

Verpasste Chance bewirkt Kettenreaktion

Aus Favre sprach da keine Emotion. Nur der nüchterne Blick für die Realitäten, denen sich die Hertha nach der 0:4-Pleite in Karlsruhe stellen muss. Durch das Scheitern in der Champions League ist der Hertha eine Chance durch die Lappen gegangen, die so schnell nicht wiederkommt. Und sie hat eine Kettenreaktion in Gang gesetzt, durch die der Hauptstadtklub sich jetzt nach unten orientieren muss. Durch das Verpassen der Champions League entgehen Berlin Millionen, die nun durch Transfererlöse wieder hereingeholt werden müssen. Die Folge: dem Hertha-Kader droht ein schmerzhafter Substanzverlust.

Voronin und Pantelic bringen keinen Cent

Der ist ohnehin schon gegeben durch die feststehenden Abgänge der beiden Torjäger Andrej Voronin und Marko Pantelic. Der von Liverpool ausgeliehene Voronin ist ohne die Champions-League-Millionen nicht zu finanzieren, während Favre sich den divenhaften Unruhestifter Pantelic schlicht nicht länger antun wollte. Was besonders bitter daran ist: Der ablösefreie Pantelic bringt der verschuldeten Hertha wie Voronin keinen Cent ein.

Ein Leistungsträger muss weg


Hertha allerdings muss laut Finanzchef Ingo Schiller den Personaletat von 33,6 auf 28 Millionen senken und einen Transferüberschuss von 5 Millionen erzielen. Die logische Folge: mindestens ein Leistungsträger muss gewinnbringend verkauft werden. Und in Berlins Zeitungen gehen schon die Mutmaßungen los, wen es trifft.

Friedrich-Abgang nicht ausgeschlossen

Ein Kandidat wäre Gojko Kacar. Die "BZ" berichtet, dass der serbische Mittelfeldspieler für zehn Millionen Euro gehen könnte, unter anderem ist er bei Schalke 04 im Gespräch. Andere Namen, die im Spiel sind, wären der Brasilianer Raffael - oder auch Kapitän Arne Friedrich. Möglich, dass der Nationalspieler, der in dieser Saison erst bis 2012 verlängert hat, einem Tapetenwechsel gar nicht abgeneigt ist. Schon im Vorjahr baggerte der VfB Stuttgart am 29-Jährigen. Friedrich hat gerade seinen Unmut darüber bekundet, dass er im Saisonendspurt nicht von Favre berücksichtigt wurde, weil der ihn nach seiner Knieverletzung noch für nicht fit genug hielt. "Ich war absolut fit und heiß und hätte dem Team helfen können", ließ Friedrich über die "Bild"-Zeitung wissen: "Das muss jetzt der Trainer verantworten." Seine Meinung: "Als Kapitän muss man in so einer wichtigen Phase spielen."

Auch Simunic könnte es treffen


Simunic gehört ebenfalls zu den Verkaufskandidaten. Im Vertrag des Kroaten ist eine Ausstiegsklausel verankert. Gegen eine Ablösesumme von sieben Millionen Euro könnte er die Hertha verlassen. "Es ist gut möglich, dass ich den Verein wechsle", sagte Simunic nun. "Ich bin jetzt 31 Jahre und habe relativ spät gemerkt, was es bedeutet, um Titel zu spielen. Das möchte ich weiter erleben. "Es hört sich nicht an, als würde er noch glauben, dass er sein Titelversprechen bei der Hertha noch selbst einlösen kann.


http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/artikel_110748.html


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BeitragVerfasst: 26.05.2009 21:16 
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Favre begräbt Herthas Titeltraum

Berlins Trainer will vom Ziel, ein Meisterteam zu formen, nichts mehr wissen. Andreasen wird für einen Heimatausflug bestraft.

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Lucien Favre trainiert Hertha BSC Berlin seit Beginn der Saison 2007/08


München - Hertha-BSC-Trainer Lucien Favre hat nach dem knapp verpassten Einzug in die Champions League das Saisonziel für die kommenden Jahre nach unten korrigiert. "Ich habe mein Ziel gewechselt: Ich möchte eine Mannschaft aufbauen, die regelmäßig um Platz drei bis acht spielen kann", sagte Favre nach der verpassten Zusatzeinnahme im Millionen-Bereich im "rbb". "Das wäre schon fantastisch für Berlin, denn wir haben viele Konkurrenten", meinte der Schweizer Coach. Schließlich wisse man nicht, ob Schalke 04, Bayer Leverkusen und Werder Bremen in nächsten Jahr noch einmal nur die Plätze acht bis zehn einnehmen werden.


http://www.sport1.de/de/fussball/fussball_bundesliga/artikel_110540.html


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BeitragVerfasst: 29.05.2009 00:05 
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Die Elf der Saison

Eine Bundesligasaison ist lang. Und nicht jeder Senkrechtstarter schafft es, über die Distanz von 34 Spieltagen konstant gut zu spielen. Manch alter Abwehrrecke erlebt seinen zweiten Frühling, andere glänzen durch eine wahre Torflut. News.de kürt die elf Besten.

Tor

Jaroslav Drobny ist der Rückhalt von Berlins Höhenflug. Es mag einige zwischen den Pfosten geben, die in dieser Saison ähnlich stark gahlten haben wie der 29-Jährige. Doch Drobnys Konstanz über die gesamte Saison bringt ihm die Nummer 1 unter den Torleuten in der news.de-Aufstellung.

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Abwehr

Josip Simunic gehört zu den härtesten Abwehrspielern der Bundesliga. In der Vergangenheit hat genau diese Eigenschaft den Kroaten ausgebremst. Aber der Innenverteidiger von Hertha BSC Berlin hat sich mittlerweile besser im Griff und wurde zu einem der Erfolgsgaranten der Berliner auf dem Weg in die Bundesligaspitzengruppe. Die Anzahl an Karten belegt seine positive Entwicklung. In der Saison 2005/2006 sah Simunic noch neun Gelbe Karten und eine Gelb-Rote, 2006/2007 eine Rote, in dieser Saison nur fünf Gelbe Karten.

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Andrea Barzagli wurde 2006 in Deutschland Weltmeister. Nun darf er sich auch Deutscher Meister nennen. Viel Argwohn umwehte seinen Wechsel für 10 Millionen Euro von US Palermo zum VfL Wolfsburg. So mancher dachte, der 28-jährige Italiener hätte seine beste Zeit bereits hinter sich. Beim VfL glänzten einige mit Toren, andere mit Vorlagen, wieder andere mit Paraden. Barzagli glänzte mit seiner Erfahrung, seinem Stellungsspiel und seiner Beständigkeit: Er stand als Einziger im Team des neuen Deutschen Meisters alle 34 Spiele die vollen 90 Minuten auf dem Platz.

Philipp Lahm steht nicht umsonst auf dem Einkaufszettel einiger europäischer Topklubs wie dem FC Barcelona. Der Münchener spielt immer einen soliden Abwehrpart auf der linken Seite und hat noch viel Potenzial für die Offensive. Leider wurde er Opfer der Klinsmannschen Taktikumstellung, die Lahm mehr Defensivaufgaben auferlegte. Lahm musste Franck Ribéry den Rücken freihalten und kam daher nicht mehr so oft zu Offensivaktionen. Dennoch, sein Zweikampfverhalten, bei dem er dem Gegner den Ball zum richtigen Zeitpunkt vom Fuß nimmt, ist lehrbuchmäßig.

Mittelfeld


Diego ist einer der wenigen Topstars der Bundesliga und ein Spielmacher alten Formats. Der Brasilianer kann sprichwörtlich Spiele allein entscheiden: mit seinen Freistößen und mit seinen Pässen. Das hat er bei Werder Bremen mehrmals in dieser Saison getan. Dass Bremen in der Bundesliga unter ferner liefen rangiert, hat auch damit zu tun, dass der 23-Jährige nur 21 Spiele absolvierte, dabei aber zwölf Tore und sieben Vorlagen verbucht hat. Kein anderer Mittelfeldspieler war torgefährlicher.

Franck Ribéry Auftritte in dieser Saison glichen einer Berg- und Talfahrt. Er schwankte zwischen Weltklasse und Harmlosigkeit. Gemessen an seinem Können ist wesentlich mehr zu erwarten von dem Franzosen. Nichtsdestotrotz war der Topstar der Bayern oft genug Mann des Spiels und hat Partien sogar im Alleingang entschieden. Neben Christiano Ronaldo und Lionel Messi ist er wohl der teuerste Mittelfeldspieler der Welt. Ribéry ist schnell, stark in der Ballführung, Freistoß-Scharfschütze und hat immer ein Auge für den freien Mitspieler.

Josué
ist der Kapitän beim beim VfL Wolfsburg und eine tragende Säule im Mannschaftsgefüge und Magaths verlängerter Arm. Der kleine Brasilianer (1,69 Meter) ist ein klassischer Sechser, der Spielmacher Zvjezdan Misimovic den Rücken frei hält. Josué ist extrem stark in der Balleroberung und trägt viel zum schnellen Umschalten von Defensive auf Offensive bei. Dabei ist er zweikampfstark, aber fair. Kein Wunder also, dass er auch fester Bestandteil der brasilianischen Nationalmannschaft ist.

Zvjezdan Misimovic ist mit 20 Torvorlagen der Topvorbereiter der Liga und sogar der beste Vorbereiter in der gesamten Ligahistorie. Beim FC Bayern München einst ausgemustert, entwickelte er sich nach Stationen in Bochum und Nürnberg unter Felix Magath beim VfL Wolfsburg zum Spitzenspieler.

Angriff

Mario Gomez ist der Mann mit den zwei Gesichtern. Während der Stürmer vom VfB Stuttgart im Verein Tore am Fließband schießt (23), ist er in der Nationalmannschaft ein Chancentod. Seit 14 Spielen hat er für Deutschland nicht mehr getroffen. Joachim Löw hält dennoch weiter an ihm fest. Der Schwabe ist eben vom Schwaben überzeugt. Für den VfB geht Gomez lange Wege, trifft blind das Tor und glänzt hier und da sogar als Vorbereiter. Und genau deshalb gehört er in die news.de-Elf der Saison.

Edin Dzeko ist für den VfL Wolfsburg nach der Winterpause das, was Vedad Ibisevic für die TSG 1899 Hoffenheim in der Hinrunde war. Der bosnische Nationalspieler hat in der Rückrunde 21 Treffer erzielt, insgesamt 26. Damit ist er der Torjäger der zweiten Saisonhälfte. Ibisevic traf bis zu seinem Kreuzbandriss 18-mal. Dzeko wird von den europäischen Topklubs gejagt, aber auch Felix Magath würde ihn gerne mit nach Gelsenkirchen nehmen. Er hat an Kraft und Masse zugelegt, was ihn bei einer Körpergröße von 1,92 Meter zu einem schwer zu stoppenden Gegner macht.

Grafite bildet zusammen mit Teamkollege Edin Dzeko das treffsicherste Sturmduo der Liga. Der Brasilianer ist mit 28 Treffern Torschützenkönig geworden. Edinaldo Batista Libânio, so Grafites vollständiger Name, spielt die Saison seines Lebens beim VfL und wurde von Spiel zu Spiel besser. Besonders beeindruckend: sein Hackentor gegen den FC Bayern München - wahrscheinlich das Tor des Jahres.

Trainer


Felix Magath hat bei seinem Engagement in Wolfsburg gezeigt, dass er das Zeug hat, eine Mannschaft zu formen, die Deutscher Meister werden kann. Auch wenn es nicht der FC Bayern München ist. Er ist ein absoluter Disziplinfanatiker und unterstellt alles dem Erfolg. Zudem ist er gefürchtet als Konditionsschleifer. Er hat ein Auge für Talente und kann - auch unbekannte - Spieler so zusammensetzen, dass sie als Team funktionieren. Darüber hinaus scheut er keine Herausforderung, was sein Gang zum FC Schalke 04 zeigt.


http://www.news.de/article/910/die-elf-der-saison


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